Oer-Erkenschwick hat einen seiner bekanntesten und beliebtesten Fußballmenschen verloren. Horst Völpel ist im Alter von 71 Jahren verstorben.
Mit Horst Völpel geht ein Mann, der das Vereinsleben geprägt hat wie nur wenige – leise, zuverlässig und immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Horst Völpel war ein Erkenschwicker Urgestein. Einer von denen, die man kannte, auch wenn man sie nicht persönlich kannte. Einer, über den niemand ein böses Wort verlieren konnte. Freundlich, höflich, hilfsbereit – und fast immer gut gelaunt. Ihm konnte man nie böse sein. Wer ihm begegnete, traf einen Menschen, der den Fußball und die Menschen darum herum ehrlich liebte.
Über viele Jahre war Horst Völpel Platzwart bei Grün-Weiß Erkenschwick, später auch bei der Spvgg. Erkenschwick im Stimbergstadion. Er kümmerte sich um alles, was abseits des Spielfeldrandes anfiel: Linien ziehen, sauber machen, vorbereiten, nachbereiten. Dinge, die oft selbstverständlich wirken – aber ohne Menschen wie ihn nicht funktionieren. Er erledigte diese Arbeit mit großer Gewissenhaftigkeit und noch größerem Herzblut.
Als Jugendlicher spielte er bei GW Erkenschwick
Der Fußball begleitete ihn sein ganzes Leben. Als Junge begann er bei Grün-Weiß, wechselte später zur Spielvereinigung, blieb dem Sport auch nach seiner aktiven Zeit treu. Beruflich ging er den klassischen Erkenschwicker Weg als Bergmann auf der Zeche. Privat war er Familienmensch, Ehemann, Vater. Und doch war der Fußball immer ein fester Bestandteil seines Lebens – manchmal so sehr, dass er selbst rückblickend sagte, er habe seine Familie dafür zu oft allein gelassen. Worte, die viel über seinen ehrlichen Charakter sagen.
Zuletzt viele Jahre Platzwart bei der Spvgg. Erkenschwick
Als Platzwart im Stimbergstadion erlebte Horst Völpel besondere Momente: Spiele gegen große Namen, Jugend-Endspiele, hochklassigen Fußball. Doch der wahre Lohn war für ihn nie das Spektakel, sondern das Dabeisein. „Das war eine geile Zeit“, sagte er einmal – und meinte damit nicht Ruhm oder Aufmerksamkeit, sondern Gemeinschaft, Nähe und das Gefühl, gebraucht zu werden.
Viele werden ihn in Erinnerung behalten, wie er mit dem Motorroller am Platz ankam, freundlich grüßte, sich einen Kaffee nahm und sofort zur Stelle war. Seine gute Laune war ansteckend, seine Präsenz beruhigend. Horst Völpel war immer da – und genau deshalb wird er nun so schmerzlich fehlen.
Die Fußballfamilie in Oer-Erkenschwick verliert nicht nur einen Platzwart, sondern einen Menschen, der den Sport gelebt hat. Still, zuverlässig, herzlich. Einen wie ihn vergisst man nicht.
Mach‘s gut, „Horsti“. Danke für alles.
