In einer Videokonferenz diskutiert die Spitze des FLVW die Petition der Spvgg. Erkenschwick. Finanzielle Hilfen sind (noch) nicht in Sicht. Trotzdem atmen die Klubs erstmal erleichtert auf.
◦Konferenz zwischen FLVW-Spitze und Fußballklubs
◦Ein Saisonabbruch ist zunächst vom Tisch
◦Aber auch konkrete finanzielle Hilfen bleiben wohl aus
Sachlich, fundiert, solide – so beschreibt Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen, die Videokonferenz des Fußballverbandes Westfalen (FLVW) über die Lage des Amateurfußballs in der Corona-Krise, an der auch Vereine aus dem Kreis beteiligt waren. „Ich hatte erwartet, dass es emotionaler zugeht“, so Matthey.
Mit der Konferenz reagierte der Verband auf das „Begehren westdeutscher Fußballvereine“, das die Spvgg. Erkenschwick initiiert hatte und das von 25 Klubs unterstützt wird, darunter TuS 05 Sinsen, Vestia Disteln, SG Suderwich und Titania Erkenschwick. Darin wird unter anderem ein Abbruch der Saison gefordert sowie angeregt, über finanzielle Hilfen für die Klubs nachzudenken.
Dass der Verband die im Begehren der Spvgg. Erkenschwick formulierten Sorgen durchaus ernst nimmt, lässt sich an der Besetzung der Videokonferenz ablesen. D ie gesamte FLVW-Spitze um Präsident Gundolf Walaschewski war zugeschaltet.
Keine Geisterspiele im Amateurbereich
Mit den Anpassungen in der Spielordnung, die der DFB am Freitagnachmittag verkündete, waren einige für die Amateurklubs wichtige Punkte bereits geklärt. Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass es im Unterschied zur Bundesliga im Amateurfußball keine Spiele ohne Zuschauer und damit ohne Einnahmen geben kann. „Da würden die Klubs am Ende noch auf den Schiedsrichterkosten sitzen bleiben“, so Matthey: „Mein Eindruck ist: Die wenigsten wollen, dass etwa über Abstiege auf nicht-sportlichen Weg entschieden wird. Dafür gibt es durch die Entscheidung des DFB jetzt einen größeren Spielraum.“
Auch Andreas Giehl, Geschäftsführer bei der Spvgg. Erkenschwick, begrüßt die Maßnahme: „Das sehe ich sehr positiv. Im Amateurbereich auf Geisterspiele zu verzichten ist gegenüber den Klubs sehr vorteilhaft.“
Für den Westfalenligisten hatte der zweite Vorsitzende Robert Mazurek teilgenommen und seine Vorstandskollegen per Kurznachrichten stets auf dem Laufenden gehalten. Zusätzlich habe Giehl bei den weiteren Unterstützern der Petition nachgehorcht: „Die Reaktionen waren ausschließlich positiv.“
Problem: Finanzielle Hilfen
Im Vereinsbegehren hatte ebenfalls eine Diskussion über finanzielle Soforthilfen angeregt. Verband und Fußballkreis hatten bereits angekündigt auf Gelder verzichten zu wollen.
Fakt ist: Die Aussicht auf Hilfe durch die Politik scheint derzeit denkbar gering. Der Hinweis des Landessportbunds NRW etwa, dass Vereine vom Rettungsschirm des Landes („NRW-Soforthilfe 2020“) profitieren können, trifft auf die überwältigende Mehrzahl der Klubs, auch im Fußball, nicht zu.
Unterstützt werden nur Vereine, welche die Hälfte ihrer Einnahmen aus gewerblichen Geschäftsbetrieb erzielen. „Auf uns trifft das nicht zu“, sagt Giehl. Tatsächlich hängen die meisten an Mitgliedsbeiträgen und Sponsoren.
Andreas Giehl wünscht sich vom Verband konkrete Lösungsansätze. „Da stochern wir Vereine im Dunklen. Ich hätte mir von den Verantwortlichen gewünscht, dass konkrete Möglichkeiten aufgezeigt werden.“
