Saison 1984/1985 - Spvgg. kann Abgänge nicht ersetzen

Um viel Geduld bat gleich zu Beginn der Saison der neue Trainer Friedhelm Schulte, als er mit dem ihm anvertrauten Spielerkader die ersten Freundschafts- und Pokalspiele austrug.

logo_oberligaFür den im Vorstand unbequemen Dieter Tartemann (ging nach Rot-Weiß Essen) wurde Friedhelm Schulte, ein Mann mit besten Referenzen geholt. Dieser sollte langfristig die Spielvereinigung Erkenschwick wieder an die Spitze heranführen. Doch das an für sich hervorragende Konzept war an Beginn an praktisch zum scheitern verurteilt.

Dieter Tartemann, emotionsgelanden und bei den Spielern beliebt wie kein anderer Trainer zuvor, nahm seine "ganz persönliche Rache". Als feststand, dass er am Stimberg unerwünscht sei, überzeugte er Stammspieler wie Pröpper, Neuhaus und Beckmann davon, dass die Luft bei Rot-Weiß Essen gesünder sei als in Erkenschwick. Von mehr Geld einmmal ganz zu schweigen. Das bewährte Trio überlegte nur kurze Zeit. Dann stand fest: Mit Tartemann auf zu neuen Ufern.
Mit bedroppten Mienen, drei der Stammktäfte beraubt, standen die Verantwortlichen in Erkenschwick plötzlich da. Dem Vorstand waren aufgrund der Finanzlage des Vereins die Hände gebunden um gleichwertigen Ersatz zu holen.
Aus Sodingen (Landesliga) kamen Tönnishoff Biermann und Polenz. In der Landesliga über den Durchschnitt, in der Oberliga (Ausnahme Tönnishoff) noch auf der Suche nach Beständigkeit und Annerkennung. Somit stand gleich zu Beginn Friedhelm Schulte mit dem Rücken zur Wand.

Das hatte im Verlauf der Spielzeit zur Folge, daß die 1. Mannschaft bedrohlich an"s Tabellenende rutsche. Selbstvertrauen und Durchschlagskraft waren dahin. Die "Scheidung" war somit vorprommamiert. Schulte, am Stimberg ständig zwischen Frust und Wut lebend, zog seine persönliche Konsequenzen. Er ging, sprach von zu großen Differenzen zwischen ihn und Mannschaft und machte den Weg frei.

wittkamphansjuergen tEin Trainerwechsel Ende September rettete die mißliche Situation. Jürgen Wittkamp, ein paar Spielzeiten zuvor selbst Aktiver der 1. Mannschaft, kann getrost als "Retter vom Stimberg" bezeichnet werden.  Obwohl dieser eigentlich gar nicht wollte (er war beim FC Recklinghausen noch als sportlicher Berater in Funktion, übernahm er das Himmelfahrtskommando in Erkenschwick. "Ich stand ein bischen in der Schuld des Vorstandes, denn sie wollten mich ja chon 1981 einmal verpflichten". Wittkamp"s erster Ausspruch im neuen Amt: "Ab jetzt kommen nur noch Schicksalsspiele für Erkenschwick".

Unter seiner Trainerregie langte es nach Abschluß der Saison noch zu einem gesicherten Mittelfeldplatz in der Amateur-Oberliga Westfalen. Die Zeichen waren jedoch gesetzt.

Bei der Spielvereinigung mußten neue Perspektiven und Ideen aufgezeigt werden.

Der Spielerkader 1984/1985
 

      INFO: Kader 84/85

  • Tor: Bernd Giese, Günter Rauschning
  • Abwehr: Dietmar Draheim, Hans-Werner Melis, Franz-Josef Laufer, Rainer Stratmann, Wolfgang Steinke
  • Mittelfeld: Gisbert Horsthemke, Frank Pfeifer, Peter Krüger, Manfred Tapken, Mike Tönnishoff, Peter Dewitz, Fritz Burgart,
  • Angriff: Thomas Moczarski, Jürgen Biermann, Jörg Rickert, Michael Polenz, Uwe Steigerwald.

Außerdem wurden noch eingesetzt die Sportkameraden Mario Asseth, Michael Dömer, Olaf Klatt und Molly.

  • zugängeZugänge: Fritz Burgart (1. FC Recklinghausen), Jörg Rickert (Blau-Gelb Castrop-Schwerin), Thomas Moczarski (Westfalia 04 Gelsenkirchen), Jürgen Biermann, Michael Polenz, Mike Tönnishoff (alle SV Sodingen), Mario Asseth, Michael Dömer, Drögehoff (alle eigene Jugend), Peter Dewitz (während der Saison), 
  • abgängeAbgänge: Michael Pröpper, Beckmann, Uwe Neuhaus (alle Rot-Weiß Essen), Frank Busan (1. FC Recklinghausen), Rainer Fischer (Spielertrainer TuS 05 Sinsen), Ingo Pickenäcker (Germania Datteln), Michael Vatheuer (Hellweg Lütgendortmund).

Trainer:

  • Friedhelm Schulte (für Dieter Tartemann bis 27. September 1984) = 7 Meisterschaftsspiele 1984/85 
  • Jürgen Wittkamp* (ab 28. September 1984) = 27 Meisterschaftsspiele 1984/85

   *Hinweis: bei zwei Oberligaspiele (in Waltrop und gegen Siegen) saß Co-Trainer Karl-Heinz Schroth auf der Bank, da Jürgen Wittkamp wegen einer Knie-Operation in Mönchengladbach im Krankenhaus lag). 

Trainerstatistik: Friedhelm Schultespvgg erkenschwick 2014
Saison Liga Platz Spiele S U N Tore Punkte Schnitt
1984/85 Oberliga Westfalen 7 0 2 5 3:21 2:12 0,29
 
Ergebnisse Oberliga Westfalen
Spt. Datum Begegnung Ergebnis Zuschauer
01 12.08.1984  Wanne-Eickel - Spvgg. Erkenschwick  0:0 1.300
02 19.08.1984  Spvgg. Erkenschwick - Westf. Herne 1:4 (0:3) 900
03 26.08.1984  Rot-Weiß Lüdenscheid - Spvgg. Erkenschwick 1:1 (1:0) 1.000
04 02.09.1984  Spvgg. Erkenschwick - Preußen Münster 0:6 (0:2) 1.300
05 09.09.1984  VfL Reken - Spvgg. Erkenschwick 1:0 (0:0) 378
06 16.09.1984  Spvgg. Erkenschwick - TuS Schloß Neuhaus 1:4 (0:1)* 800
07 20.09.1984  Eintr. Hamm - Spvgg. Erkenschwick 5:0 (0:0)** 900
08 30.09.1984  Spvgg. Erkenschwick - FC Gohfeld 5:0 (2:0) 900
09 07.10.1984  VfB Waltrop - Spvgg. Erkenschwick 2:2 (1:1) 2.000
10 14.10.1984  Spvgg. Erkenschwick - Spfr. Siegen 1:0 (0:0) 1.000
11 28.10.1984  VfL Bochum Am. - Spvgg. Erkenschwick 0:1 (0:0) 400
12 04.11.1984  Spvgg. Erkenschwick - ASC Schöppingen 0:1 (0:1) 1.000
13 11.11.1984  FC Gütersloh - Spvgg. Erkenschwick 0:1 (0:0) 2.000
14 18.11.1984  Spvgg. Erkenschwick - 1. FC Paderborn 4:1 (1:0) 1.000
15 24.11.1984  Hammer Spvg. - Spvgg. Erkenschwick  1:1 (0:0) 488
16 02.12.1984  Spvgg. Erkenschwick - SC Herford 0:0 1.000
17 09.12.1984 Hellw. Lütgendortmund - Spvgg. Erkenschwick  1:0 (0:0) 1.000
18 06.01.1985  Spvgg. Erkenschwick - Wanne-Eickel 0:0 800
19 13.01.1985 Westf. Herne - Spvgg. Erkenschwick ausgefallen  
 20 20.01.1985 Spvgg. Erkenschwick - Rot-Weiß Lüdenscheid ausgefallen  
 21 27.01.1985 Preußen Münster - Spvgg. Erkenschwick ausgefallen  
22 03.02.1985  Spvgg. Erkenschwick - VfL Reken 3:0 (1:0) 1.100
23 10.02.1985  TuS Schloß Neuhaus - Spvgg. Erkenschwick 4:1 (1:0) 900
20 17.02.1985  Spvgg. Erkenschwick - Rot-Weiß Lüdenscheid 3:1 (1:0) 1.000
24 24.02.1985 Spvgg. Erkenschwick - Eintr. Hamm ausgefallen  
25 03.03.1985  FC Gohfeld - Spvgg. Erkenschwick 1:3 (1:1) 200
26 10.03.1985  Spvgg. Erkenschwick - VfB Waltrop 0:0 2.800
27 17.03.1985  Spfr. Siegen - Spvgg. Erkenschwick 3:0 (1:0) 800
28 24.03.1985  Spvgg. Erkenschwick - VfL Bochum Am. 3:2 (2:1) 800
29 31.03.1985  ASC Schöppingen - Spvgg. Erkenschwick 2:2 (2:0) 200
30 07.04.1985  Spvgg. Erkenschwick - FC Gütersloh 1:1 (0:0) 900
31 18.04.1985  1. FC Paderborn - Spvgg. Erkenschwick 1:1 (1:0) 700
32 21.04.1985  Spvgg. Erkenschwick - Hammer Spvg. 1:1 (1:1) 600
21 28.04.1985  Preußen Münster - Spvgg. Erkenschwick 3:0 (2:0) 1.400
24 01.05.1985  Spvgg. Erkenschwick - Eintr. Hamm 0:1 (0:1) 1.000
19 05.05.1985  Westf. Herne - Spvgg. Erkenschwick 5:0 (2:0) 600
33 12.05.1985  SC Herford - Spvgg. Erkenschwick 0:0 500
34 19.05.1985  Spvgg. Erkenschwick - Hellw. Lütgendortmund 0:1 (0:1) 800
*WERTUNG: Durch WFV-Spruchkammer wurde die·1-4 Heimniederlage gegen TuS Schloß-Neuhaus in einen 2-0 Sieg umgewandelt. Ursache war der Einsatz des noch nicht spielberecntigten Colin Bell von TuS Schloß-Neubaus.
 

**Das besondere Spiel: Der Tiefpunkt ist erreicht!

2:12 Punkte, 3:21 Tore und der letzte Tabellenplatz, so die katastrophale Bilanz nach sieben Spieltage für der Spielvereinigung Erkenschwick. Konsequenz: für den am Saisonstart vom VfB Waltrop gekommenden Trainer Friedhelm Schulte ist "Schicht am Stimberg". Der neue Mann in Erkenschwick wurde der von 1978 bis 1981 als Spieler tätige Ex-Profi Jürgen Wittkamp.

SC Eintracht Hamm - Spvgg. Erkenschwick 5:0 (0:0)
Hamsc eintracht hammm: Willi Brspvgg erkenschwick 2014ock - Jupp Kaczor (57. Hartmut Sinningen) - Peter Kaczor (46. Klaus-Peter Kampschulte), Herbert Hrubesch, Norbert Mehle - David Bennett, Helmut Reiners, Klaus Wischniewski, Manfred Lopatenko - Gisbert Paus, Harry Ellbracht - Trainer: Friedhelm Wenzlaff
Spvgg.: Bernd Giese - Franz-Josef Laufer - Mike Tönnishoff, Rainer Stratmann, Wolfgang Steinke - Dietmar Draheim, Peter Krüger, Gisbert Horsthemke, Uwe Steigerwald (46. Frank Pfeifer) - Jürgen Biermann (41. Thomas Moczarski), Michael Dömer - Trainer: Friedhelm Schulte
Tore: 1:0 David Bennett (50.), 2:0 Gisbert Paus (52.), 3:0 David Bennett (69.), 4:0 Gisbert Paus (77.), 5:0 Helmut Reiners (86.)
Schiedsrichter: Rainer Waltert (Ahlen)
Zuschauer: 900 (Jahnstadion)

BILANZ 84/85 Sp. S U N Tore Punkte
Heim 17 7 5 5 24:19 19:15
Auswärts 17 3 7 7 13:30 13:21
Gesamt 34 10 12 12 37:49 32:36
 
Abschlußtabelle Oberliga Westfalen Saison 1984/1985

Meister wurde der SC Eintracht Hamm mit drei Punkten Vorsprung auf den DSC Wanne-Eickel. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga wurde Hamm Vierter in der Nordgruppe und verpasste dadurch den Aufstieg. Diesen schafften der VfL Osnabrück und Tennis Borussia Berlin.

Platz Mannschaft Sp.  Gesamt Tore Diff. Punkte
 01  SC Eintracht Hamm 34 21-09-04 62:25 +37 51-17
 02  DSC Wanne-Eickel 34 17-14-03 68:28 +40 48-20
 03  ASC Schöppingen 34 18-11-05 85:47 +38 47-21
 04  Preußen Münster 34 17-12-05 82:46 +36 46-22
 05  TuS Schloß Neuhaus* 34 17-08-09 74:49 +25 42-26
 06  Hammer Spvg. 34 13-09-12 52:45 +7 35-33
 07  VfL Bochum Am. 34 14-05-15 45:53 -8 33-35
 08  SC Herford 34 11-10-13 54:53 +1 32-36
 09  Westfalia Herne 34 11-10-13 51:56 -5 32-36
 10  Spvgg. Erkenschwick 34 10-12-12 37:49 -12 32-36
 11  Rot-Weiß Lüdenscheid 34 07-17-10 42:40 +2 31-37
 12  Sportfreunde Siegen 34 10-11-13 55:63 -8 31-37
 13  VfL Reken (N) 34 11-09-14 47:60 -13 31-37
 14  FC Gütersloh (M) 34 08-14-12 42:49 -7 30-38
 15  1. FC Paderborn* 34 06-17-11 53:62 -9 29-39
 16  Hellw. Lütgendortmund (N) 34 11-06-17 39:55 -16 28-40
 17  VfB Waltrop 34 09-09-16 42:66 -24 27-41
 18  FC Gohfeld 34 01-05-28 31:115 -84 07-61
 *TuS Schloß Neuhaus wurde wegen des vierfachen Einsatzes des nicht spielberechtigten Akteurs Colin Bell bestraft: Die vier Spiele, die der TuS allesamt gewonnen hatte, wurden mit 0:2 für den TuS als verloren gewertet. Ohne den Punktabzug wäre die Mannschaft Vizemeister geworden. 

pfeil-fallend Absteiger in die Verbandsliga:

vfb waltropFC GohfeldVfB Waltrop (in die Verbandsliga 2), FC Gohfeld (in die Verbandsliga 1).

 

pfeil-steigend Aufsteiger in die Amateuroberliga:

1 FC Recklinghausensus huesten 091. FC Recklinghausen (Meister Verbandsliga 1), SuS Hüsten 09 (Verbandsliga 2).

 

*INFO: Fusion zum TuS Paderborn-Neuhaus

tus paderborn neuhausTuS Schloß-Neuhaus und 1. FC Paderborn fusionieren zu TuS Paderborn-Neuhaus.

 
Ligastärke: In der Saison 1985/1986 spielte die Oberliga Westfalen mit 17 Vereinen.
 
Bilanz zur Oberliga-Westfalen 1984/1985 
 logo oberliga"Die Meisterschaftssaison 1984/85 in der höchsten westfälischen Amateurklasse war alles andere als eine Supersaison. Echte Leistungsspitze wurde weitgehend durch Mittelmäßigkeit ersetzt." Dieses vernichtende Urteil fällt nicht die Fachpresse, sondern das offizielle Organ des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, der "Westfalen-Sport". Die Spvgg. Erkenschwick Spvgg. Erkenschwick, immerhin seit der Oberliga-Gründung vor sieben Jahren, noch nie aus dieser Klasse abgestiegen, war also letztlich nur Gleicher unter Gleichen. Denn zufrieden waren natürlich auch die Verantwortlichen des Stimberg-Klubs mit der abgelaufenen Saison nicht.
Immerhin sechs Klubs schrieben sich in die Ehrenliste der Tabellenführer ein: je 13mal der TuS Schloß Neuhaus (ausschließlich in der Herbstserie) und SC Eintracht Hamm (erstmals nach den 15. Spieltag und zuletzt zehnmal in Serie), dreimal der ASC Schöppingen 18. bis 20. Spieltag), je zweimal Preußen (4. und 5. Runde) und DSC Wanne-Eickel 823. und 24. Spieltag)sowie einmal der VfB Waltrop (nach dem 2. Spieltag), der dann in Schlußrunde als Absteiger Nummer 2 ermittelt wurde.
Das Rückgänge durchaus auch einen positiven Aspekt haben können, läßt sich anhand der Fairneßtabelle belegen. Gegenüber der Vorjahressaison gingen die roten Karten von 36 auf 32 und die Zeitherausstellungen von 163 auf 241 zurück.
Torjäger Nummer eins war Ralf Regenbogen vom DSC Wanne-Eickel mit 25 Treffern. Er wechselt bekanntlich zu Schalke 04, die Erkenschwicker werden also noch einmal Geld für den "Ralli" bekommen, denn der schnürrte ja auch schon für die Schwarz-Roten die Schußstiefel. Genauso wie Torjäger Nummer zwei, Gisbert Paus, der es für Eintracht Hamm auf 24 Treffer brachte. 20 Tore erzielte Tschiskale (Münster), je 19 Gercke (Schöppingen) und der Ex-Waltroper Köhler (Schloß Neuhaus).
Ein Erkenschwicker ist übrigens nicht unter den besten 19 Torschützen der Liga zu finden. Die Liste hört bei zehn Treffern auf, Jürgen Biermann, vor Saisonbeginn vom SV Sodingen gekommen, brachte es jedoch nur auf sieben. Sechs erzielte der ebenfalls aus Sodingen zum Stimberg gewechselte Polenz. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher, daß der SV Sodingen trotz des Abgangs dieser beiden Stürmer und anderer Spieler in dieser Saison den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft hat. Die weiteren Torschützen Horsthemke, Stratmann und Tapken (4), Melis (3), der dritte Ex-Sodinger Tönnishoff (2), Steigerwald, Dömer und Dewitz (je 1) und ein Eigentor. Elfmeter verwandelten Horsthemke und Melis (je zwei) und Tapken einen. Die rote Karte sahen Melis und Draheim. 
Zuschauertabelle 1984/1985
 Geldmeister ist Preußen Münster

logo oberligaDas feine Gespür der Fans für gute und weniger gute Leistungen schlägt sich in der Zuschauerskala nieder. Das trifft vorrangig auf den kläglich gescheiterten Titelverteidiger FC Gütersloh zu, der seinen sportlichen Einbruch mit einem Minus von 18 600 Besuchern (Rückgang von 29400 auf 20 800) bezahlen mußte. Das ist bereits der Löwenanteil des Gesamtrückganges an Zuschauern, die sich bei gleicher Anzahl von 306 Spielen um 23 050 verringerten: von 351 450 in der Spielzeit 1983784 auf 328 400 in der Saison 1984/85. 

Alarmierend ist vornehmlich der Abwärtstrend des Zuschauerschnittes von 1979 bis 1985: 1430 in 1979/80, 1460 in 1979/80, 1142 in 1980/81, 1316 in 1981/82, 1217 in 1982/83, 1149 in 1983/84 und 1073 in 1984/85.
Den nicht allein schmückenden Titel eines "Geldmeisters" holte sich wie im Vorjahr der SC Preußen Münster mit einem Schnitt von 2609 vor TuS Schloß Neuhaus (1918) und SC Eintracht Hamm (1871), der freilich bei seinem ersten Meisterstück vor zwei Jahren mit einem Schnitt von 2735 finanziell wesentlich besser abgeschnitten hatte. Das beste Geschäft von den Mannschaften aus der Abstiegsregion machen an 4. Stelle der Zuschauerwertung die Siegener "Sportfreunde" mit einem Schnitt von 1409 (Vorjahr 1353).
Den absoluten Besucherrekord pro Spiel verbuchte Preußen Münster mit 8000 Zuschauern am 12. Oktober 1984 gegen SC Eintracht Hamm. Für das andere Extremsorgte der FC Gohfeld mit 54 Zuschauern am 31. März 1985 zu Hause gegen den VfL Reken.

 Platz  Verein Spiele Gesamt Schnitt
01  Preußen Münster 17 44.350 2.609
02  TuS Schloß Neuhaus 17 32.600 1.918
03  SC Eintracht Hamm 17 31.800 1.871
04  Sportfreunde Siegen 17 23.950 1.409
05  FC Gütersloh 17 20.800 1.284
06  ASC Schöppingen 17 19.800 1.165
07  Hammer Spvg. 17 19.750 1.162
08  DSC Wanne-Eickel  17 18.650 1.097
09  Spvgg. Erkenschwick 17 16.850 991
10 Rot-Weiß Lüdenscheid 17 14.275 840
11  1. FC Paderborn 17 14.050 774
12  VfB Waltrop 17 13.150 768
13  Westfalia Herne 17 12.900 759
14  Hellweg Lütgendortmund 17 12.800 755
15  VfL Reken 17 11.800 694
16  SC Herford 17 11.350 608
17  FC Gohfeld 17 5.400 318
18  VfL Bochum Am. 17 5.125 315
  G E S A M T 306 328.400 1073
 
Pokalsaison 1984/1985
 Hinweis: Das besondere an dieser Pokalsaison war die Tatsache, das gleich zwei Kreispokal-Wettbewerbe ausgetragen wurden. Der erste im Juli 1984, diente zur Qualifikation des laufenen Landespokal 1984/1985. Der zweite im Fruhjahr 1985 ermittelte die Teilnehmer für den kommenden Westfalenpokal der Spielzeit 1985/1986.
 Kreispokal 1. Runde, Samstag, 7. Juli 1984, 15 Uhr (Sportplatz Lülfstrasse)
SG Suderwich - Spvgg. Erkenschwick 0:1 (0:1)
Suderwsg suderwichich: Ahns - Gillnspvgg erkenschwick 2014er, Oneschko (60. Herzmann), Kleibrink, Schlüter, Buschmeier (78. Brösecke), Schröder, Theis, Rottmann, Kellmann, Dienstbier
Spvgg.: Schütte - Mario Asseth, Dietmar Draheim, Hans-Werner Melis, Günter Simon, Rainer Stratmann - Frank Pfeifer, Rainer Fische, Sprick, Gisbert Horsthemke, Dömer (80. Domagalla) - Trainer: Fridhelm Schulte
Tor: 0:1 Rainer Stratmann (39.)
Schiedsrichter: Gröger (Datteln)
Zuschauer: 200 (Sportplatz Lülfstrasse)
 Erkenschwicks "Notelf" reicht 1:0
Mit nur vier Stammspielern der 1. Mannschaft (Draheim, Melis, Stratmann, Horsthemke), einigen Jugendspielern und zwei Alte Herren (Simon und Sprick) waren die Erkenschwicker nach Suderwich gekommen. Vielleicht lag es daran, daß von einem Klassenunterschied während der gesamten Partie nichts zu spüren war.
 Kreispokal 2. Runde, Dienstag, 17. Juli 1984, 18:30 Uhr (Stadion Storchsbaumstraße)
Hinweis: Das Spiel war ursprünglich geplant für den 15. Juli 1984, fiel aber wegen zu viel Regen aus
SV Dorsten-Hardt - Spvgg. Erkenschwick 0:4 (0:1)
Dorstsv dorsten hardten: Waibrodt - Bockholt - Pannenbecker (68. Wilmen), Qualmannspvgg erkenschwick 2014, Ewald - Hamann (72. Cirkel), Büchter, Kleinespel, Schulte - Wilkin, Gromann
Spvgg.: Bernd Giese - Wolfgang Steinke - Dietmar Draheim, Hans-Werner Melis - Fischer (72. Detlef Becker), Peter Krüger (75. Werner Apitsch), Rainer Stratmann, Gisbert Horsthemke - Frank Pfeifer, Sprick, Dömer - Trainer: Friedhelm Schulte
Tore: 0:1 Frank Pfeifer (13.), 0:2 Rainer Stratmann (61.), 0:3 Frank Pfeifer (75.), 0:4 Detlef Becker (86.)
Schiedsrichter: Brüning (Haltern)
Zuschauer: 250 (Stadion Storchsbaumstraße)
 Spvgg. ohne große Mühe
Eine ideale Abwechslung zum stupiden Konditionstraining der letzten Tage bedeutete für die Erkenschwicker die Pokal-Partie beim SV Dorsten Hardt. 4:0 (1:0) siegten die Oberligisten vom Stimberg vor 250 Besuchern, ohne sich ein Bein auszureißen. Den Dorstenern blieb die Erkenntnis, die Schwarz-Roten hin und wieder in Verlegenheit zu bringen - vor allem in der ersten Halbzeit.
 Kreispokal 3. Runde, Sonntag, 22. Juli 1984, 15 Uhr (Sportplatz an der Wasserbank - Ascheplatz)
Spvgg. 95/08 Recklinghausen - Spvgg. Erkenschwick 6:5 n.E. (0:0/2:2)
95/08: Glapski - Pspvgg 95 08 recklinghausenotthast, Schulz, Paternoster, Bergmspvgg erkenschwick 2014 ann (105. Kramer), Gärber, Schenk (105. Tack), Skarbnik, Rother, Michael Lawniczak, Achim Dolar
Spvgg.: Bernd Giese - Mario Asseth, Dietmar Draheim, Hans-Werner Melis, Wolfgang Steinke, Rainer Stratmann (45. Detlef Becker) - Manfred Tapken (45. Kalla Schroth), Frank Pfeifer, Peter Krüger, Gisbert Horsthemke - Dömer - Trainer: Friedhelm Schulte
Tore: 1:0 Achim Dolar (101.), 1:1 Peter Krüger (104.), 1:2 Peter Krüger (110.), 2:2 Michael Lawniczak (115.)
Schiedsrichter: Hubert Bottermann (Herten)
Zuschauer: 600 (Sportplatz an der Wasserbank - Ascheplatz)
 Sensationelles "Aus" für die Spvgg.
Es kann nicht nur an dem harten Aschenplatz gelegen haben, daß der turmhohe Favorit Spvgg. Erkenschwicj mit 5:6 nach Elfmeterschießen und aus dem Pokalwettbewerb ausschied.
Verdutzter wurden die Gesichter, als der Oberligist vom Stimberg mit zunehmender Spielzeit überhaupt nicht zu seinen Spiel fand und nach torlosen 90 Minuten in die Verlängerung gehen musste. Hier fielen nun die erwarteten Treffer, doch die beiden Krüger Tore wurden durch Dolar und Lawnickak zum 2:2-Endstand ausgeglichen.
Beim fälligen Elfmeterschießen traten dann Schulz, Skarbnik, Lawniczak und Gärber ins Schwarze und nachdem Steinke den Ball danebensetzte, und Torwart Glapski den Pfeifer-Schuß "tötete, war alles klar: Der hohe Favorit schlich geschlagen mit hängenden Köpfen vom Platz.

Der mühevolle Sieg in der 1. Pokalrunde auf Kreisebene ließ schon erahnen, daß es in diesem Wettbewerb keine großen Erfolge zu verzeichnen gibt. So kam auch bereits das "Aus" in der 3. Pokalrunde gegen einen Bezirksligisten.

 
 Kreispokal 1. Runde, Mittwoch, 3. April 1985, 18 Uhr (Sportplatz an der Lambertstraße)
TuS Henrichenburg - Spvgg. Erkenschwick 1:4 (1:2)
Henrichetus henrichenburgnburg: Landwein - Raczka, Tost, Lasar, Bödener, Bspvgg erkenschwick 2014öttinger, Breforth, Ridder, Glück (63. Oschloski), Lirbner, Rehbein (77.Hess)
Spvgg.: Günter Rauschning - Mike Tönnishoff (69. Manfred Tapken), Michael Dömer, Frank Pfeifer, Franz-Josef Laufer, Wolfgang Steinke - Peter Dewitz, Frank Rickert 869. Gisbert Horsthemke) - Jürgen Biermann, Burgard, Michael Polenz - Trainer: Jürgen Wittkamp
Tore: 1:0 Glück (7.), 1:1 Jürgen Biermann (26.), 1:2 Jürgen Biermann (44.), 1:3 Frank Rickert (61.), 1:4 Peter Dewitz (68.)
Schiedsrichter: Pottermann (Gelsenkirchen)
Zuschauer: 200 (Sportplatz an der Lambertstraße)
 Glücks Tor ist viel zu wenig
Bei herrlichen Fußballwetter - nur einige Pfützen zeugten noch von unfreundlicheren Bedingungen für Balltreter - endete die Pokalbegegnung zwischen dem Kreisligisten aus Henrichenburg und dem Amateuroberligisten aus Erkenschwick programmgemäß. Mit 4:1 Toren hatte die Spielvereinigung die Nase vorn, doch hätte das Resultat nach 90 Spielminuten auch wesentlich höher für den Gewinner ausfallen müssen.
 Kreispokal 2. Runde, Dienstag, 23. April 1985, 18:30 Uhr (Haardtkampfbahn)
SuS Conordia Flaesheim - Spvgg. Erkenschwick 0:3 (0:2)
Flaeconcordia flaesheimsheim: Peister - Wiegmann - Ruttert (spvgg erkenschwick 201460. Brinkert), Grothusmann - Moos, Breucker (63. Neufeld), Eltrup, Haak, T. Knüver - Willi Knüver, Priebs
Spvgg.: Günter Rauschning - Peter Dewitz - Mike Tönnishoff, Peter Krüger, Dietmar Draheim - Manfred Tapken, Frank Rickert (60. Michael Dömer), Fritz Burgart, Wolfgang Steinke - Jürgen Biermann, Michael Polenz (60. Uwe Steigerwald) - Trainer: Jürgen Wittkamp
Tore: 0:1 Michael Polenz (4.), 0:2 Manfred Tapken (30. Foulelfmeter), 0:3 Jürgen Biermann (48.)
Schiedsrichter: Hans Wahmann (Marl)
Zuschauer: 150 (Haardtkampfbahn)
 Flaesheim kann gut mithalten
"Das beste am Spiel war, daß es nicht geregnet hat", gab Jürgen Wittkamp nach dem 3:0-Sieg der Spvgg. Erkenschwick im Pokalspiel über den Kreisligisten Concordia Flaesheim im Pokalspiel der zweiten Runde auf Kreisebene unumwunden zu. Die Schwarz-Roten rissen sich kein Bein aus - die Haltener behielten ihre Würde. Sie waren froh, nicht unter die Räder gekommen zu sein.
 Kreispokal 3. Runde, Dienstag, 7. Mai 1985, 19 Uhr (Hibernia Kampfbahn)
PSV Recklinghausen - Spvgg. Erkenschwick 1:3 n.V. (1:1/1:1)
PSV: Zpsv recklinghausenunk - Enkel, Winkler, Meyer, Beinlich, Hengst spvgg erkenschwick 2014(66. Dörnemann), Richter, Germscheid, Schwiederski, Playda, Borkenstein (86. Schneidewind) - Trainer: Breitwieser
Spvgg.: Günter Rauschning - Mike Tönnishoff, Dietmar Draheim (45. Michael Dömer), Frank Pfeifer, Franz-Josef Laufer - Wolfgang Steinke, Klatte, Frank Rickert, Manfred Tapken - Fritz Burgart, Michael Polenz - Trainer: Jürgen Wittkamp
Tore: 1:0 Borkenstein 87.), 1:1 Playda (29. Eigentor), 1:2 Frank Rickert (93.), 1:3 Manfred Tapken (118.)
Schiedsrichter: Thier (Recklinghausen)
Zuschauer: 250 (Hibernia Kampfbahn)
 Fast eine Blamage
Bis auf die Knochen blamierte sich die Spvgg. Erkenschwick im DFB-Pokalspiel gegen den PSV Recklinghausen. Der Oberligist benötigte sage und schreibe 120 Minuten, um den Gastgeber der Kreisliga B mit 3:1 (1:1, 1:1) in die Knie zu zwingen. Was sich Tapken und Co. auf dem Feld erlaubten, war schlichtweg eine Frechheit.
 Kreispokal 4. Runde, Freitag, 31. Mai 1985, 18:30 Uhr (Villa Brinkmann)
SG Langenbochum - Spvgg. Erkenschwick 2:4 (1:2)
Langenbocsg langenbochumhum: Dirk Nösler - Rühl (45. Kellerspvgg erkenschwick 2014), Sopart, Selan, Weidl, Weiß, Göttfert, Helbig, Stasik, Maruhn (67. Günther), Seiler, Burdenski
Spvgg.: Günter Rauschning - Peter Krüger, Dietmar Draheim, Olaf Klatte, Frank Pfeifer, Michael Dömer - Manfred Tapken, Fritz Burgart (83. Oliver Kuck) - Jürgen Biermann (31. Zander), Mike Tönnishoff, Michael Polenz - Trainer: Jürgen Wittkamp
Tore: 0:1 Michael Polenz (5.), 0:2 Michael Polenz (17.), 1:2 Burdenski (32.), 2:2 Göttfert (48.), 2:3 Zander (61.), 2:4 Manfred Tapken (65.)
Schiedsrichter: Kornmeier (Marl-Sinsen)
Zuschauer: 250 (Villa Brinkmann)
 Göttfert läßt Spvgg. zittern
Mehr Mühe als das klare 4:2-(2:1)Endergebnis aussagt, hatte die Spvgg. Erkenschwick gegen den Bezirksligisten SG Langenbochum um auch die 4. Runde im DSB-Pokal auf Kreisebene schadlos zu überstehen. Zwar ließen die Wittkamp-Schützlinge nach zwei schnellen Toren von Polenz die Siegesträume des Gastgebers schnell auf den Nullpunkt sinken, doch Nachlässigkeit und vor allem eine große Portion Überheblichkeit des Oberligisten nutzten die Langenbochumer zwischenzeitlich zum 2:2-Ausgleich aus. Und hätte Erkenschwicks Keeper Rauschning in der 55. Minute nicht mit einem Superreflex nach einem Kopfball von Maruhn den 2:3-Rückstand seiner Elf verhindert---wer weiß?
Damit qualifizierte sich die Spielvereinigung Erkenschwick für den Landespokal 1985/1986. 
 

Westfalenpokalsieger 1984/1985:

tus paderborn neuhausTuS Paderborn-Neuhaus (4:2-Finalsieg am 21. Juli 1985 gegen den 1. FC Achternberg)

 
Ergebnisse Freundschaftsspiele 1984/1985
Wappen Gegner Ergebnis
vfb_habinghorst VfB Habinghorst (A) am 18. Juli 1984 vor 200 Zuschauer 6:0 (1:0)
westfalia herne Westfalia Herne (H) am 25. Juli 1984 4:0 (2:0)
sus stadtlohn SuS Stadtlohn (A) 1:4
wattenscheid SG Wattenscheid 09 (H) 0:2
rw essen Rot-Weiß Essen (H) 3:2
1._fc_recklinghausen 1. FC Recklinghausen (H) 0:0
tus_henrichenburg TuS Henrichenburg (A) 8:0
sw roellinghausen DJK Schwarz-Weiß Röllinghausen (A) 5:2
langenbochum SG Langenbochum (A) 7:1
 tus 05 sinsen TuS 05 Sinsen (A) 3:1
vfb_kirchhellen VfB Kirchhellen (H) am 7. Februar 1985 3:1
 BILANZ: 11 Spiele, 8 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 40:13 Tore
 
zur Saison 1985/1986
 
 

Quellenverzeichnis:

  • Chronik der Spvgg. Erkenschwick
  • Ausgaben des Kicker-Sportmagazin der Saison 1984/1985 
  • Archiv Medienhaus Bauer

 

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